Der Sonnenuntergang fragt dich…

Schlögener Schlinge

Wann hast du das letzte Mal einen Sonnenuntergang gesehen? Im Urlaub? Am Wochenende? An was denkst du, wenn du einen siehst? Erholung? Freiheit?

Was passiert, wenn wir am Ende eines Arbeitstages einen wunderschönen Sonnenuntergang vor zauberhafter Kulisse beobachten? Gelingt es, hier schöne Erinnerungen hervorzurufen oder dominiert der vergangene Arbeitstag die Gedanken?

Als ich damals dieses Foto mit meinem Handy aufgenommen habe, war der Sonnenuntergang schon fast vorbei. Die Sonne hat sich bereits hinter dem Horizont verabschiedet. Nur noch die letzten Sonnenstrahlen erhellten die Landschaft, noch hell genug, um für Licht zu sorgen, aber zu schwach, um zu wärmen. In diesem Moment habe ich mir gedacht, ich könne ihn festhalten.

Zuvor war ich in Gedanken versunken. Nein, nicht in irgendwelche hochphilosophischen Gedanken, ich habe auch nicht an meinen letzten Urlaub gedacht. Ich habe an meine Arbeit gedacht. Denn das Szenario der untergehenden Sonne, war für mich der Anstoß für einen Rückblick auf meinen Arbeitstag. Kurz bevor der Computer runterfährt noch einmal an den Tag denken. Was hat mir gefallen, was hat mich geärgert, was hat mir gefehlt? Bin ich dort, wo ich sein will, dort wo ich sein soll? Mache ich meine Arbeit gut und wie will ich das überhaupt beurteilen? Ist meine heute getane Arbeit aus moralischer Sicht gut? Arbeite ich für mich, für das Unternehmen oder sollte ich für die Gesellschaft arbeiten, ja sogar für ein besseres Morgen?

Viele Gedanken schwirren in meinem Kopf, die Sonne neigt sich dem Horizont entgegen. Wird immer schwächer, hinterlässt eine Welt voller Kälte und Dunkelheit. Vielleicht auch deshalb, um uns Menschen zu zeigen, dass nicht alles selbstverständlich ist. Vielleicht um uns zu zeigen, dass wir einander Licht spenden müssen. Tags über fällt es nicht auf, da die Sonne alles erhellt, aber nachts zeigt es sich umso deutlicher. Der eigentliche Sonnenuntergang dauert nicht lange, doch kommt es mir vor wie Stunden. Stunden in denen ich nicht nur meinen Arbeitstag, sondern auch mein Leben vor meinem inneren Auge ablaufen lasse. Hier wird einem deutlich, dass die Arbeit auch deutlich die Einstellung und die Motivation einer Person wiederspiegeln kann.

Kurz vor Ende des Sonnenunterganges erwache ich aus meinen Gedanken. Ich zücke automatisch mein Handy, öffne die Kamera und betätige den Auslöser. Wollte mein Unterbewusstsein diesen Moment einfangen, um meine in dieser Zeit im Kopf herumschwirrenden Gedanken einzufangen? Oder wollte ich es bewusst, weil mir diese Gedanken wichtig erschienen? Ich weiß es nicht. Was bleibt ist dieses Foto und meine Gedanken zu diesem Schnappschuss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogheim.at Logo Blogverzeichnis - Bloggerei.de