Faszination Journalismus – Beruf oder Berufung?

 

Die journalistische Tätigkeit übt auf mich eine große Faszination aus, gleichzeitig hab ich den Eindruck, sie stellt eine hohe Kunst dar! Meine Vorfreude war daher groß, als mir meine Chefin vor ca. einem Jahr genehmigte, die OÖ Journalistenakademie zu besuchen. Diese Ausbildung gibt es seit 1990 und sie brachte bisher rund 1.200 Absolventen hervor. Bekanntes Beispiel ist Alexandra Föderl-Schmid, Herausgeberin des Standards. Sie ist eine von mehreren Journalisten, die ihre Karriere auf diesem Weg starteten. Deshalb war ich sehr aufgeregt und gleichzeitig nicht ganz sicher, ob ich diesen Anforderungen eigentlich gewachsen bin.

Das Erfolgsrezept der Journalistenakademie ist wohl, dass die Referenten erfahren und erfolgreich in ihrem Spezialgebiet sind. Wie erwartet, zog mich die Journalistenakademie, oder besser gesagt die Vortragenden, binnen kurzer Zeit in ihren Bann! Enthusiastisch, abwechslungsreich und praxisnah erzählten sie uns worauf es beim Recherchieren, Schreiben etc. ankommt und gaben uns Übungen inklusive Feedback.

Wir lernten Persönlichkeiten mit Hingabe zu ihrem Beruf kennen, beispielsweise Markus Schütz, Kriminalberichterstatter bei der Krone, die Krisenreporterin Petra Ramsauer oder Christine Haiden, Chefredakteurin des Magazins „Welt der Frau“. Manche erzählten uns, dass die Ungewissheit, was wohl heute wieder passieren mag, jeden Arbeitstag zu einem Erlebnis mache. Sobald der Laptop hochgefahren ist, trudeln die neusten Meldungen ein. Die frühmorgendliche Idylle wandelt sich rasch in hektisches Treiben. Die fieberhafte Jagd nach den Top-News beginnt. Um neun Uhr ist Redaktionskonferenz, bis dahin müssen die Schlagzeilen am Tisch liegen. Tipps von den Profis sind Gold da wert. Wir erfuhren, dass Versagensängste auch nach vielen Jahren allgegenwärtig sind. Das wichtigste sei die Übung und natürlich der „Journalistische Blick“.

Ob ich den besitze, weiß ich allerdings bis jetzt noch nicht 😉 Überrascht hat mich, dass der Journalismus so viele Facetten hat. Da will die richtige Branche erst gefunden werden. Zudem kommt die Ehrfurcht vor dem professionellen Schreiben, denn man kann wirklich viel falsch machen.

Manchmal schien es, als bemühten sich die Lehrenden den Druck eines Journalisten zu betonen und die Schwierigkeit des Berufs her vorzustreichen. Wir sollten uns gut überlegen, ob wir dafür geeignet sind. Letztlich ist es aber entscheidend, ob man sich dazu berufen fühlt. Darum hab ich mir vor allem folgenden Gedanken aus der Ausbildung mitgenommen: Wenn du diese Begeisterungsfähigkeit hast und sie spürbar ist, öffnet sie dir die Tür und du wirst lernen gut zu schreiben.

Da ich das Schreiben derzeit aber nur als Hobby betreibe, weil ich aktuell nicht mehr in diesem Bereich arbeite, erhebe ich nicht den Anspruch alle Tipps der Profis stets anzuwenden. Hier am Blog glühen eher die Tasten, wenn ich einen Beitrag schreibe, ohne allzu viel nachzudenken – man möge es mir bitte verzeihen 😉

2 Kommentare zu “Faszination Journalismus – Beruf oder Berufung?

  1. Horst

    Servus Sarah!

    Danke für den Artikel – sehr interessant!
    Allerdings hätte ich sehr gern ein paar mehr Hintergrundinfos zur Akademie selbst erfahren. Also wie lange dauert die Akademie, welche Fächer usw. .
    Könntest du mir diese Fragen noch beantworten? Das wäre super!

    Have fun
    Horst

    1. Sarah Autor des Beitrags

      Hallo Horst,

      danke für deinen Kommentar!

      Also ich habe den Frühlingskurs besucht. Das war eine 6-Tage Woche im Februar und dann ca. ein Wochenende (Fr und Sa) pro Monat bis Juni. Insgesamt waren es glaub ich 14 ganze Tage, wovon man mindestens an 12 anwesend sein muss.
      Es gibt aber auch einen Sommerkurs, da ist das ganze glaub ich geblockt.

      Inhaltlich ging es unter anderem um folgende Frage:
      – Wie schreibt man einen Kommentar, eine Reportage, einen Wirtschaftsartikel?
      – Worum geht es beim Radiojournalismus?
      – Wie funktioniert Magazinjournalismus, Kriminalberichterstattung?
      – Was ist PR?
      – Wie organisere ich eine Pressekonferenz?
      – Wie fotografiere ich für die Medien?
      – Welche rechtlichen Aspekte muss ich bedenken?

      Wir bekamen Tipps von den Profis zu Formulierungen, Wortwahl etc. Und wir gewannen Einblicke in die Praxis durch Besuche beim Kommunikationsbüro der Diözese, Energie AG und dem Land OÖ.

      Man bekommt keine Hausübung und hat auch keine Prüfung, dafür schreibt man fast bei jedem Referenten selbst einen eigenen Text, dieser wird dann besprochen.

      Ich hoffe ich konnte dir alles beantworten. Bei weiteren Fragen bitte gerne schreiben!

      Liebe Grüße
      Sarah

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