Geradlinig-Kurvig: Der Weg durch´s Studium und danach …

Irgendwo dazwischen…

Wir schreiben das Jahr 2009, mein Maturajahr an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt (HTL) in Leonding. Wie man sich vorstellen kann, ist es ein sehr forderndes Jahr. Neben all dem Lernen und dem Bammel vor der Matura bleibt noch eine weitere Frage: Was dann? Mein ganzes Leben wusste ich immer was ich wollte. Die Technik war und ist noch heute ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, es eine meiner Leidenschaften. Dennoch war es damals Zeit sich für den weiteren Weg zu entscheiden. Während meiner HTL-Zeit kam ich durch viele ehrenamtliche Tätigkeiten in den Kontakt mit dem Sozialbereich und der Arbeit mit Kindern. Ich entdeckte so einen neuen Bereich, welchen ich sehr mochte. Damals kam in mir der Plan auf mich für diesen Bereich ausbilden zu lassen und meine beiden Leidenschaften Technik und den Sozialbereich zu verknüpfen, da ich dort ein großes Defizit sah und heute noch immer sehe.
Rückblickend betrachtet war es ein naiver Gedanke und ich frage mich oft, wo ich jetzt wäre, wenn ich mich für ein technisches Studium entschieden hätte.

Das Verlassen der Vorrangstraße…

Und so kam es, dass ich an der Universität Sozialwirtschaft, eine Mischung aus Soziologie und Wirtschaft, studierte. Etwas für mich völlig Neues. In der HTL konnte ich von einer Leidenschaft sprechen, ich war stolz wenn ich das Erlernte umsetzen konnte und ich wusste auch, dass ich das Erlernte auch einsetzen kann, sogar im tatsächlichen Leben. An der Universität – so hatte ich das Gefühl – nur um des Lernen Willens. Das Erlernte konnte man in dem praktischen Teil der Klausur umsetzen, doch wirklich verstehen konnte ich die Gegebenheiten in der Welt der Soziologie und Wirtschaft nicht, auch sah ich keinen Nutzen darin. Eine schwere Zeit. Das Beste an meiner Zeit an der Universität? Es gab viele Highlights. Beispielsweise meine zwei Kurse in Arbeitsrecht, nicht weil mich die Materie interessiert, sondern weil die Professorin besonders war. Didaktisch ist der Kurs sicherlich nicht als gut einzustufen, aber Sie forderte uns auf zu denken. Alles was passiert und alles was man tut, führt zu Konsequenzen. Das Fach Personalmanagement, in welchem wir – wegen fehlender Anwesenheitspflicht – ein intensives Coaching erhielten, war ebenfalls ein Highlight, da wir in diesem meist nur zu acht waren. Eigentlich auf einer Universität undenkbar! Mein größtes Highlight war jedoch der Umstand, dass eine Frau den gleichen Studiengang besuchte wie ich. Und diese Frau ist meine Freundin. Ohne die Entscheidung in eine andere Branche zu wechseln – was ich ab und zu immer wieder bereue – hätte ich sie nie kennengelernt.

Geduldsprobe…

Um ein bisschen auf die praktische Schiene zu kommen, entschied ich mich den Master an der Fachhochschule zu machen. Aufgrund einer geringen Anzahl an Studienplätzen entschied ich mich einen Job im Sozialbereich zu suchen. Es war unglaublich schwer etwas zu finden. Obwohl ich – im Gegensatz zu meinen Konkurrenten – durch meine HTL-Ausbildung – über zusätzliches Wissen verfügte, welches in diesen Institutionen fehlte und ich ein Mann war – es heißt ja immer, dass diese im Sozialbereich immer mit offenen Armen empfangen wurden – bekam ich keinen Teilzeitjob. Ein großer Rückschlag. Ich bin schlussendlich in einer flexiblen Kinderbetreuungseinrichtung gelandet. Ein Nerd unter Kleinkindern. Anfangs war ich ganz und gar nicht glücklich über diesen Job. Teilweise Arbeitstage von über 10 Stunden, ein Betreuungsschlüssel der nicht passte und sehr sehr viel Lärm. Ich hatte jedoch immer mehr und mehr Freude daran und wollte es den Kindern und uns Betreuern so angenehm wie möglich machen. Durch meine harte Arbeit wurde ich stellvertretender Leiter dieser Einrichtung. Kinder sind etwas tolles, zugegeben ich konnte nicht mit allen Kindern, doch mit vielen schon. Und eben diese gaben mir Kraft und führten dazu, dass ich an meiner Arbeit Freude fand.
Mein Wunsch für das Studium war der Fachbereich Soziale Arbeit, jedoch scheiterte ich dabei. Ich wurde aufgrund der großen Anzahl an Anmeldungen und somit starker Konkurrenz nicht aufgenommen. Dann erfuhr ich von dem Studiengang Sozialmanagement, welcher mich sehr beeindruckte und für den ich mich mit Freude bewarb. Ein tolles und sehr empfehlenswertes Studium. Gegen Ende dieses Studiums war es auch für mich an der Zeit mir eine andere Arbeitsstelle zu suchen, bestenfalls mit Aussicht auf eine Vollzeitanstellung. Doch wieder tat ich mir am Arbeitsmarkt äußerst schwer. Während andere Mitstudenten tagtäglich berichteten wie erfolgreich sie seien und schon Zusagen haben auch mit Aussicht auf Vollzeitanstellungen. Ich fiel in das gleiche Loch wie damals. Ich verstand nicht, warum ich nicht genommen wurde. Teilweise wurden Bewerber genommen, welche mit der eigentlichen Aufgabenstellung nichts am Hut hatten. Es war eine schwere Zeit, eine Zeit in der ich mein Schicksal hasste. Schlussendlich hatte ich keine Wahl, ich habe den Sozialbereich verlassen und bin in die Privatwirtschaft gewechselt. Auch dort war es schwierig eine Stelle zu finden, aber es ist mir gelungen.

Fazit

Hätte ich logisch betrachtet den Weg der Technik gehen müssen? Ja.
Bereue ich es den anderen Weg gegangen zu sein? Meistens nicht!
Mein Lebensweg ist eben eine Gerade, eine Gerade voller Kurven.
Mal sehen wohin er mich noch führen wird.

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