Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

 

Jeder von uns kennt das Gedächtnisspiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“, welches wir in der Schule gespielt haben. Es fällt mir jedes Mal ein, wenn ich meinen Koffer packe. Unser Sommerurlaub kommt langsam näher und auch hier heißt es wieder Koffer packen.

Eine wichtige Variable ist hier die Dauer des Aufenthaltes. Je länger der Trip, desto mehr Sachen nehmen wir mit. Wobei sich das „mehr“ hier nicht nur auf die Koffergröße, die Anzahl der Kleidungsstücke oder Schuhe, die Menge an Hygieneprodukten oder die Größe der mobilen Apotheke bezieht. Es geht auch darum, was wir als Menschen benötigen.

Betrachten wir zuerst die physischen Bedürfnisse: Wir nehmen oft Dinge mit, von denen wir vermuten, dass es sie an unserem Reiseziel nicht gibt. Oft sehe ich auch, dass Touristen beispielsweise ihre mitgebrachten und heißgeliebten Marmeladen, Schokoladen oder Tees auspacken und diese dann konsumieren. Ich stelle mir dann oft die Frage, ob es sich wirklich um die Angst handelt, ein solches oder ähnliches Produkt in hoher Qualität am Reiseziel nicht zu bekommen, oder ist es einfach das Bedürfnis des Menschen immer etwas bekanntes um sich herum zu haben – und sei es nur die Marmelade?

Ähnlich sieht es bei den psychischen Bedürfnissen aus. Wir alle haben etwas, was uns glücklich macht, in dessen Nähe wir uns wohl fühlen oder etwas, was wir einfach brauchen. Als einfaches Beispiel fallen mir hier die Bilder unserer Liebsten in den Brieftaschen ein. Ähnlich verhält es sich hier auf Reisen. Je länger wir weg sind, desto mehr dürsten wir nach unserer vertrauten Umgebung. Zugegeben, dies wirkt sich bei vielen Menschen sehr unterschiedlich aus. Wenn wir uns überlegen, was wir in unserem Urlaub vermissen, dann fallen uns wahrscheinlich ähnliche Dinge ein. Da wären unsere Liebsten, vielleicht unsere Wohnung, unser Arbeitsplatz mit unseren Kollegen, das in starkem Mundart gesprochene Deutsch, das Essen (vor allem das Schwarzbrot ;-)), das Trinken und das Gefühl ein Teil der Umgebung zu sein.

Ich stehe nun vor meinem leeren Koffer, und überlege was ich für die Zeit meines Sommerurlaubes alles brauchen werde. Zuerst stelle ich mir in Gedanken die Umgebung und das mögliche Wetter vor, anschließend die geplanten Aktivitäten. Ich öffne den Kleiderschrank und beginne langsam im Geiste die Kleidungsstücke zu sortieren die ich brauchen könnte. Leider sind das meist mehr als mein Koffer beinhalten kann, weshalb ich dann einfach anfange nach Gefühl Dinge rauszunehmen. Beim Thema Schuhe spielt sich ähnliches ab.

Ich lasse nun meinen Blick durch das Zimmer schweifen und überlege, was ich sonst noch mitnehmen könnte. Vieles der Dekoration sind Erinnerungsstücke die mir wichtig sind, natürlich werde ich sie nicht mitnehmen, dennoch werden sie mir abgehen. Ähnliches fühle ich, wenn ich mir meinen Schreibtisch ansehe.

Immer mehr Sachen wandern in meinen Koffer. Alles notwendige ist eingepackt die Spannung nimmt ab und die Vorfreude auf den Urlaub steigt umso mehr.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…. bei diesem Spiel habe ich gelernt, dass ich nie alles mitnehmen kann (auch weil ich mir damals einfach nicht alles merken konnte). Ich nehme immer das Notwendigste mit, lasse aber Dinge zurück die ein wichtiger Teil meines Lebens sind.
Vielleicht kommt von diesen Gedanken und Erlebnissen der Spruch „Zu Hause ist es trotzdem am Schönsten“.

 

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