Ich sehe, ich schmecke, ich rieche … ich fühle?

Vor kurzem holte ich meine Schwester nach einem lustigen Abend in Linz ab. Sie wartete mit einer Freundin und sah mich schon von weitem kommen. Kurz bevor ich zu ihnen stieß, kam ihnen plötzlich ein torkelnder Mann um die 35 Jahre entgegen. Instinktiv ging sie einen Schritt zurück.

Diese Warnsignale, die sie wahrgenommen hat und reagieren ließen, erinnerten mich an einen Gedanken, der mir immer wieder bewusst wird: Unser Körper ist auch aus der heutigen Sicht – trotz beeindruckender Fortschritte der Forschung – ein Wunderwerk der Technik. Einzelne Zellen fügen sich zu einem hochkomplexen System, welches uns leben lässt. Im heutigen Blogbeitrag geht es um unsere Sinne.

Wie viele Sinne hat der Mensch?

In der Schule lernen wir, dass ein Säugetier bzw. der Mensch sechs Sinne besitzt:

  • Sehen
  • Fühlen
  • Hören
  • Riechen
  • Schmecken
  • (und hinter vorgehaltener Hand) Gleichgewichtssinn

Doch betrachten wir unser tagtägliches Leben genauer, so erscheinen uns diese zu wenig, da wir viele Gegebenheiten oft durch andere Sinne wahrnehmen. Doch was sind eigentlich Sinne? Der Definition nach, ist es die Fähigkeit, Reize wahrzunehmen.[1] Diese Definition erscheint uns logisch, doch jede Wissenschaft interpretiert „den Reiz“ anders- Ein Ingenieur würde Reize wahrscheinlich nach elektrischen-, magnetischen-, chemischen- oder Lichtreizen gliedern. Er würde also nicht nach Sinnen sondern nach Reizreaktionen ordnen.

Unser Temperatursinn ist ein treuer Begleiter, wenn es darum geht die richtige Kleidung an den einzelnen Tagen auszuwählen. Ein weiteres „Sinnesorgan“ ist unsere Fähigkeit Schmerzen zu fühlen, damit wir unserem Körper vermitteln können, dass sofort reagiert werden sollte. Ein weiterer interessanter Aspekt ist meiner Meinung nach, dass Reize nicht nur von außen kommen, sondern auch von innen? Fühlen wir nicht oft, dass unser Körper an seine Grenzen stößt, auch ab und zu in Form von Schmerz (Seitenstechen beim Laufen)? Dieser innere Sinn den Körper wahrzunehmen heißt im Fachbegriff „Propriozeption“. Der Definition nach sind auch unsere inneren Organe ein Sinnensorgan. Obwohl meist nicht ganz deutlich so zeigen sie uns doch in Form von Hunger, Durst, Bauchschmerzen, dass etwas nicht in Ordnung sei. Diese „Organsinne“ werden im Fachjargon auch viszerale Sinne genannt.[2]

Somit hätten wir schon zehn Sinne. Die klassischen fünf Sinne und der Gleichgewichtssinn, die Wahrnehmung der Temperatur und des Schmerzes, die Propriozeption und der viszerale Sinn. Das sind Sinne, die die heutige Wissenschaft erklären kann. Doch unser Körper hat noch weitere Sinne, welche nicht logisch erklärbar sind.

Oft in Filmen, Büchern oder anderen Medien beschrieben ist der „sechste“ Sinn. Wenn eine Person etwas bemerkt – ohne die eigentlichen Sinne des Körpers dafür zu benutzen – so spricht man von sechsten Sinn. Meist handelt es sich hierbei um Gefahrenquellen, auf die reagiert wird. Forscher der Washington-University melden hier einen wissenschaftlichen Beweis erbracht zu haben. Den Artikel dazu findet Ihr unter folgendem Link. Vielleicht reagierte meine Schwester auch durch Impulse dieses Sinnes.

Ein weiterer Gedanke, welcher sich mir gerade auftut ist, ob Gefühle auch Sinne sein können. Die Wissenschaft sieht nicht alle Gedanken als bewiesen an, aus unserem tagtäglichen Leben lassen sich weitere Sinne ableiten und bei genauem Nachdenken noch weitere erahnen. Fallen euch noch weitere ein? Schreibt es in die Kommentare.

Zurück im nächtlichen Linz: Letztlich gab der Mann ein paar Sprüche von sich, ging aber an ihnen vorbei, ohne sie weiter zu beachten. Als ich stehengeblieben war, liefen die beiden schnurstracks zum Auto und stiegen ein. Nachdem die Türen geschlossen waren, atmeten sie auf. Unser Körper ist und bleibt ein Wunderwerk der Technik. Leider nehmen wir ihn – wie vieles im Leben – als selbstverständlich hin. Doch diese „Selbstverständlichkeiten“ sind unsere wichtigsten Lebensinhalte.

[1] Vgl. Wikipedia: Sinn (Wahrnehmung), 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Sinn_(Wahrnehmung) (Stand 02.07.2017)

[2] Vgl. Wikipedia: Sinn (Wahrnehmung), 2017, https://de.wikipedia.org/wiki/Sinn_(Wahrnehmung) (Stand 02.07.2017)

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