Maahh schau, der Vesuv… ähm Ätna! ;)

„Boah schau, da ist der Vesuv“, deutete ich aufgeregt meiner Schwester. Diese entgegnete spöttisch: „Du meinst wohl den Ätna.“

… oh, eh klar, wir befanden uns ja im Landeanflug auf das nächtliche Sizilien! Mir war durchaus klar, dass da der Ätna steht, nur hatte ich im Urlaub voriges Jahr den Vesuv besichtigt, darum verband ich das Thema Vulkan wohl mit diesem Namen. Ups.

Als ich am nächsten Morgen auf die Terrasse unseres Hotelzimmers ging, rief ich meiner Schwester entzückt zu: „Wow cool, wir sehen direkt zum Vesuv!“ Sie antwortete bloß trocken: „Das kann gar nicht sein“ Zuerst dachte ich, sie konnte es einfach nicht glauben, doch dann begriff ich, was ich gesagt hatte … hoppla.

Wir nahmen uns den mächtigen Vulkan gleich für den zweiten Urlaubstag vor. Mich beeindruckte die karge Landschaft, die wir bereits auf der Fahrt mit dem Auto über die kurvenreiche Passstraße betrachten konnten. Anschließend brachte uns eine schäbige Seilbahn um 33 Euro (!) pro Person auf ca. 2.500 Meter. Dann ging es zu Fuß weiter und diese 400 Höhenmeter waren ziemlich anstrengend. Es war als würde man auf Sand steil bergauf wandern, zudem war es sehr staubig.

Die Mühe nahmen wir aber sehr gerne auf uns, denn wir kamen dem Kegel des Vesuvs, äh pardon, des Ätnas immer näher. Im Boden gab es immer wieder kleine Löcher, aus denen heißer Dampf aufstieg – ein besonderes Erlebnis!

Letztlich kamen wir bis zu einem der Krater auf ca. 2.900 Meter und konnten von dort aus den aktuellen Kegel bewundern. Wir schossen viele Bilder, darunter auch ein paar Selfies 😉

Als ich am Abend meinem Freund freudig erzählte, wir wären heute am Vesuv gewesen, kommentierte er: „Naja, da seid ihr aber ein Stück geflogen.“

Schön langsam ärgerte mich dieser Fehler, denn den Ätna als Vesuv zu bezeichnen, war eigentlich eine Beleidigung, weil er in meinen Augen unvergleichbar beeindruckender war als der Vesuv. Ich verschickte die Fotos vom Vulkan an ein paar Freunde und achte ganz besonders darauf, den Namen des Vulkans nicht zu verwechseln.

Ein paar Tage später besichtigten wir das antike Theater in Taormina (sehenswert!), das einen wunderbaren Blick auf den Vulkan gewährt. Ich meinte begeistert: „Maahh, da sieht man wirklich gut zum Ve-… Ätna!“ Die Reaktion meiner Schwester hörte sich in etwa so an: „Hö Sarah, bist dir sicher, dass das der Ätna ist?!“ Von da an war ich von der Verwechslung befreit, nicht zuletzt deshalb, weil ich immer kurz stockte, bevor ich den Namen des Vulkans nannte 😉

Ein bisschen erinnerte mich das Ganze daran, dass unsere Lehrer meine Schwester und mich oft verwechselten. Viele Lehrer, die zuerst mich unterrichteten und zwei Jahre später dann meine Schwester als Schülerin hatten, nannten sie Sarah. Wir sehen uns ähnlich und in ihren Köpfen verbanden sie unser Äußeres wohl schlichtweg mit meinem Namen. Echt gemein, wenn einem das Gedächtnis einen solchen Streich spielt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogheim.at Logo Blogverzeichnis - Bloggerei.de