Wir stressen uns im Urlaub NICHT.

Schnell noch ein Blick auf die Uhr, die verrät: Wir müssen los! Der Sonnenuntergang kündigt sich an! Wir haben eh schon fertig gegessen, jetzt noch rasch das wichtigste in den Rucksack packen und bloß die Kamera nicht vergessen!

Willkommen im Urlaub bei den entspannten Gestressten 😉

Raus aus dem Alltag

Ich muss zugegeben, meine Tage zuhause sind oft sehr getaktet: Um 6:20 läutet der Wecker, dann schnell frühstücken, waschen und ab in die Arbeit. Dort mit hohem Tempo an den aktuellen Projekten Arbeiten – Vorankommen macht schließlich glücklich, mich selbst und die Chefin!

In der Mittagspause kann es mir an der Kasse im Supermarkt nicht schnell genug gehen, immerhin ist das wertvolle Zeit in meinem Leben, die ich da mit Warten vergeude. Und nach der Arbeit geht’s rasch ab nach Hause, zumindest zum Duschen und Essen. Dann wird die Zeit genutzt, entweder für Familie, Freunde, Haushalt, Sport oder doch mal ganz entspannt für sich selbst (kommt allerdings selten vor). Aus meinem Umfeld höre ich des Öfteren, ich wäre sehr verplant und wirke durchaus gestresst. Aber auch wenn ich mich über meinen dichten Zeitplan gerne mal beschwere, so suche ich es mir schon bewusst genau so aus.

So viel Zeit!

Umso komischer fühlt es sich dann im Urlaub an. Plötzlich ist da ganz viel Zeit, die ich frei einteilen kann und zwar nicht mit Verpflichtungen sondern mit Dingen, die ich wirklich gerne tue. Dieses echt komische Gefühl begann schon eine Stunde vor der Abreise. Plötzlich war ich nach 1,5 Tagen hektischen Vorbereitungen (packen, Haushalt auf Vordermann bringen etc.) fertig.

Ich sah auf die Uhr und fragte mich: Was tu ich jetzt bis zur Abfahrt? Ich griff zu einem Roman und im Nu verflog die Zeit. Gleich machte ich mir weniger Sorgen, ich könnte mich im Urlaub ob der fehlenden Verpflichtungen langweilen. So hab ich eben mehr Zeit für meine Hobbies.

Wir könnten ja verschlafen…

Stattdessen musste ich mich im Urlaub ganz anderen Herausforderungen stellen: Tomi und ich besprachen am ersten Abend, was wir am ersten richtigen Urlaubstag tun wollten und wir entschieden: Wir schlafen aus, frühstücken, wenn uns danach ist und schauen dann, was das Wetter bringt. Gut. Das heißt: wir brauchen keinen Wecker. Das Licht wurde abgedreht, alles war bereit für eine erholsame Nacht. Alles – außer mein Kopf: „Da könnten wir ja verschlafen, wenn wir keine Wecker haben“, meldete sich mein Köpfchen. (Kurze Anmerkung: Es gab im Hotel bis 11 Frühstück und ich schlaf nicht mal nach Silvester bis elf sondern bin immer deutlich früher wach. Die Wahrscheinlichkeit es zu verschlafen, lag also so gut wie bei null. Ich griff trotzdem nochmal zum Handy, stellte meinen Wecker und konnte dann deutlich beruhigter ins Kissen sinken.

Wir planen nix?

Tomi war nach wie vor der Meinung, wir schaffen das mit dem „in den Tag hineinleben und die Uhr ignorieren“. Beim Baden meinte er verträumt: „Wir planen frühestens beim Abendessen, was wir am nächsten Tag machen. Wir brauchen uns also keine Gedanken zu unseren Plänen machen und können ganz entspannt sein.“ Wir waren nach diesem Gespräch noch nicht mal aus dem Wasser draußen, wussten wir schon ziemlich genau, wie der nächste Tag ablaufen würde 😉

Wir schliefen bis wir von selbst aufwachten (natürlich gab es trotzdem meinen Sicherheitswecker), frühstückten, borgten uns Räder aus und umrundeten den See. Nach wenigen Kilometern beschlich mich doch dieses unangenehme Gefühl: Wir haben uns vorab keine Jause fürs Mittagessen besorgt, weil wir doch bestimmt, bei vielen Geschäften vorbei kommen. Doch während der ersten halben Stunde sah ich kein einziges! Nervös warf ich immer wieder einen Blick auf die Uhr. Als endlich (wohlgemerkt immer noch mehr als bald genug) ein Billa zu sehen war, konnte ich mein zufriedenes Lächeln kaum verbergen.

Wir besorgten uns unsere Stärkung und radelten weiter als der Wind plötzlich deutlich zunahm und dunkle Wolken aufzogen. Daraufhin änderten wir unsere Badepläne und fuhren direkt zum Hotel zurück ohne einen Zwischenstopp an einem Strandbad einzulegen. Wenig später verzogen sich die Wolken, und wir beschlossen, das hoteleigene Pool zu nutzen. Für genau zwei Stunden. Dann mussten wir schließlich duschen gehen, um Punkt sechs dann essen. Während des Essens fiel uns ein, dass wir doch auch mal den Sonnenuntergang sehen wollten. Er war für 20:39 angekündigt. Somit stellte sich nur mehr die Frage: Wo fotografieren wir den Sonnenuntergang am besten? Die Antwort war einfach, denn auch das hatten wir am Vortag eigentlich schon geplant 🙂

Somit kleine Notiz an mich: das „nicht auf die Uhr achten“ und einfach drauf los leben sollten wir vielleicht doch noch üben 😉 Wobei wir uns dennoch null gestresst fühlten. Wir planen eben gerne und erleben viel in kurzer Zeit. Wären wir einen ganzen Tag nur herumgelegen und hätten gar nichts anderes unternommen, wäre es uns wohl zu langweilig geworden.

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